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Kleiner Happen

Heute meine erste Buchbesprechung, absolut subjektiv und voreingenommen. Ich habe mir „Die Winde von Darkover“ am Wochende nach längerer Zeit wieder mal durchgelesen, es ist ein Darkover-Roman von Marion Zimmer Bradley aus dem Jahre 1970. 

Es ist ein schmales Taschenbuch, man kann es leicht an einem Tag durchlesen. Inhaltlich spielt die Geschichte in ferner Zukunft auf dem Planeten „Darkover“, der von Menschen nach Absturz ihres Raumschiffes kolonisiert wurde. Nach einem technologischem Rückschritt und Aufbau einer mittelalterlich-feudalen Kultur mit PSI-Kräften kommt es erst nach hunderten von Jahren wieder zu Kontakt mit dem „Terranischen Imperium“. Etwas mehr Infos über die Welt von Darkover hier und hier.

Die Geschichte dreht sich um den Terraner Dan Barron, einen Raumhafenlotsen der nach tadellosem mehrjährigen Dienst durch sein Fehlverhalten eine Beinahe-Katastrophe auslöst, die den Absturz eines Raumschiffes und die Zerstörung der angrenzenden Stadt Thendara zur Folge gehabt hätte. Daraufhin wird er von seinem Posten abgezogen und mangels Alternativen zu den Einheimischen geschickt, denen er etwas über den Bau von Ferngläsern beibringen soll. Er ist nicht begeistert, sich aber seines Fehlers bewusst, wurde er doch im entscheidenden Moment von seltsamen Visionen übermannt die ihn seit kurzem plagen. Erzählen kann er das niemandem – wer würde ihm glauben?

Die anderen beiden Hauptakteure sind Storn von Storn, der blinde Lord über Burg Storn und seine Schwester Melitta, die nach der Eroberung von Burg Storn um ihr Leben und ihre Freiheit kämpfen. Melitta gelingt mit der telepathischen Unterstützung ihres Bruders die Flucht, sie soll Unterstützung in der fernen Stadt Carthon finden. Storn bleibt in Trance zurück, geschützt von einem seltsamen Kraftfeld. Er sucht nach Möglichkeiten seiner Schwester zu helfen und streift mit seinem Geist umher, auf der Suche nach…

Wer noch nichts über Darkover gelesen hat wird sich meiner Meinung nach dennoch zurechtfinden, man braucht kein Vorwissen um den Roman zu verstehen.

An der Geschichte fand ich besonders gut, wie sich die Einstellung von Barron zu den „primitiven“ Einheimischen ändert, ein teilweise schmerzhafter Prozess für ihn, der sich eigentlich als tolerant und vorurteilsfrei versteht. Immerhin ist diese Toleranz Bedingung für die Aufnahme in den Raumfahrtdienst, aber offensichtlich nicht mehr als ein geübtes Einstudieren von Verhaltensweisen.

Ohne offenen Geist gibt es aber keine Möglichkeit für Barron, die Kulturen Darkovers zu verstehen und in echten Kontakt mit den Bewohnern zu treten. Die Reise ist voller Überraschungen für ihn, er verändert seine Sichtweise und stellt seine Überzeugungen zunehmend in Frage, und am Ende will er nicht mehr zurück ins Terranische Imperium.

Fazit: Ein gelungener Fantasy/Sci-Fi-Roman für zwischendurch, weit mehr als das simple „Krieg führen – Handel treiben“-Prinzip, und ein Einstieg in die Welt von Darkover

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